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Pädiatrie · Infektiologie

Antibiotische Therapien bei Kindern von 0 bis 14 Jahren

Erstlinientherapie, Alternativen und Ausweichschemata bei Penicillinallergie für dreizehn häufige Infektionen der Grundversorgung. Die Dosierung wird aus Körpergewicht und Alter berechnet und an den Maximaldosen gedeckelt. Grundlage sind SwissPedDose, die Empfehlungen der Pädiatrischen Infektiologiegruppe Schweiz und der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie.

Schritt 1

Patientendaten

Das Körpergewicht steuert die Berechnung, das Alter die Zulässigkeit einzelner Wirkstoffe und die Therapiedauer.

Schritt 2

Indikation

Empfehlung

Wählen Sie eine Indikation und geben Sie das Körpergewicht ein.

Grundlagen

Berechnung und Anwendungshinweise

Wie die Dosierung berechnet wird
  • Tagesdosis = Dosis pro Kilogramm × Körpergewicht, aufgeteilt auf die angegebene Zahl von Einzeldosen. Übersteigt die berechnete Menge die Maximaldosis pro Einzelgabe oder pro Tag, wird auf die Maximaldosis gedeckelt; dies wird im Ergebnis ausgewiesen.
  • Die Rundung erfolgt auf praktikable Teilmengen. Massgebend für die tatsächliche Abgabe ist die Konzentration der verfügbaren Suspension; die abgerundete Milligrammzahl ist in Milliliter umzurechnen.
  • Ab etwa 40 kg Körpergewicht entsprechen die gedeckelten Werte den Erwachsenendosierungen.
  • Penicillin V wird in Internationalen Einheiten geführt: 1 mg entspricht 1600 IE, 1 Mio. IE entspricht 600 mg.
Altersgrenzen der aufgeführten Wirkstoffe
  • Trimethoprim/Sulfamethoxazol: ab 6 Wochen, nicht bei Neugeborenen (Bilirubinverdrängung), nicht bei G6PD-Mangel.
  • Nitrofurantoin: ab 3 Monaten, nicht bei febrilem Harnwegsinfekt oder Pyelonephritis (keine Gewebespiegel), nicht bei eGFR unter 45 ml/min.
  • Doxycyclin: ab 8 Jahren; kurzzeitige Anwendung gilt heute auch darunter als vertretbar, bleibt aber Reserveindikation.
  • Ciprofloxacin: Reservesubstanz, Anwendung nur nach Antibiogramm oder bei Pseudomonas-Verdacht.
  • Clarithromycin und Azithromycin: ab 6 Monaten (Azithromycin bei Pertussis auch darunter).
Penicillinallergie einordnen

Über 90 Prozent der angegebenen Penicillinallergien halten einer Abklärung nicht stand. Die Unterscheidung bestimmt das Ausweichschema:

  • Nicht IgE-vermittelt: makulopapulöses Exanthem nach mehreren Tagen, gastrointestinale Beschwerden, unklare Kindheitsanamnese. Cephalosporine der zweiten und dritten Generation sind hier verwendbar; die Kreuzreaktivität liegt unter einem Prozent.
  • IgE-vermittelt oder schwer: Urtikaria oder Angioödem innert einer Stunde, Anaphylaxie, Bronchospasmus, sowie schwere verzögerte Reaktionen wie DRESS, Stevens-Johnson-Syndrom oder toxisch epidermale Nekrolyse. Alle Betalaktame meiden.
  • Bei unklarer Anamnese lohnt sich die allergologische Abklärung ausserhalb der akuten Episode – sie erweitert die Therapieoptionen für das ganze weitere Leben.