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Pädiatrie · Dosierung

Dosierung wichtiger Medikamente für Kinder von 0 bis 14 Jahren

Paracetamol, Ibuprofen, Amoxicillin, Amoxicillin/Clavulansäure, Dimetinden, Levocetirizin und Betamethason mit den in der Schweiz erhältlichen Präparaten. Aus Gewicht und Alter werden Einzeldosis, Dosierintervall und die konkrete Menge je Darreichungsform berechnet – bei den Tropfen als Tropfenzahl, bei Betamethason als Anzahl löslicher Tabletten. Levocetirizin wird als altersabhängige Fixdosis geführt. Grundlage sind die Fachinformationen des Arzneimittelkompendiums der Schweiz und SwissPedDose.

Schritt 1

Kind

Schritt 2

Wirkstoff

Ergebnis

Präparate und Mengen

Gewicht eingeben und Wirkstoff wählen.

Nachschlagen

Hinterlegte Dosierungen

WirkstoffTagesdosisGabenObergrenzeAb
Analgetika und Antipyretika
Paracetamol oral60 mg/kg4 × 15 mg/kg 60 mg/kg, max. 4 gGeburt
Paracetamol rektal60 mg/kg3–4 × 15–20 mg/kg 60 mg/kg, max. 4 gGeburt
Ibuprofen30 mg/kg3 × 10 mg/kg 30 mg/kg, max. 1200 mg3 Monate, ≥ 6 kg
Antibiotika
Amoxicillin Standard50 mg/kg2–3 Gaben 2 g (max. ED 1 g)Geburt
Amoxicillin hoch dosiert80 mg/kg3 Gaben 3 g (max. ED 1 g)Geburt
Co-Amoxicillin Standard37.5 mg/kg3 Gaben Clavulansäure 10 mg/kg2 Jahre
Co-Amoxicillin unter 2 Jahren30 mg/kg3 Gaben Clavulansäure 10 mg/kgGeburt
Co-Amoxicillin hoch dosiert80 mg/kg2 Gaben (7:1) 1750 mg2 Jahre
Antihistaminika
Dimetinden0.1 mg/kg3 Gaben (2 Tropfen/kg/Tag) 6 mg (max. ED 2 mg)1 Monat
Levocetirizin 2–6 Jahre2.5 mg (Fixdosis)2 × 5 Tropfen 2.5 mg2 Jahre
Levocetirizin 6–12 Jahre5 mg (Fixdosis)2 × 10 Tropfen 5 mg6 Jahre
Levocetirizin ab 12 Jahren5 mg (Fixdosis)1 × 20 Tropfen 5 mg12 Jahre
Systemische Glukokortikoide
Betamethason (Pseudokrupp)0.2 mg/kgEinmaldosis 12 mgGeburt

Alle Angaben zu Co-Amoxicillin beziehen sich auf den Amoxicillin-Anteil. Levocetirizin wird nicht nach Körpergewicht, sondern nach Alter in festen Dosen verordnet – die Tagesdosis von 5 mg gilt ab 6 Jahren unverändert bis ins Erwachsenenalter. Betamethason wird beim Pseudokrupp als einmalige Gabe verordnet; die Indikation ist in der Fachinformation von Betnesol nicht aufgeführt (Off-Label-Anwendung, in der Schweiz etablierter Standard).

Warum das Mischungsverhältnis bei Co-Amoxicillin zählt

Die Suspensionen 156.25 und 312.5 mg/5 ml sind im Verhältnis 4:1 zusammengesetzt, die Suspension 457 mg/5 ml im Verhältnis 7:1. Steigert man die Dosis mit einer 4:1-Zubereitung über etwa 45 mg/kg/Tag Amoxicillin hinaus, steigt die Clavulansäure über 11 mg/kg/Tag – die Folge sind Durchfall und Erbrechen, ohne dass die antibakterielle Wirkung zunimmt. Für hohe Dosierungen, etwa bei akuter Otitis media, ist deshalb die 7:1-Zubereitung vorgesehen. Die Anwendung berechnet die Clavulansäuremenge für jedes Präparat mit und weist auf eine Überschreitung hin.

Praktische Hinweise zur Verabreichung
  • Dosierspritzen sind präparatespezifisch. Die Spritze eines Präparats darf nicht für ein anderes verwendet werden. Die Spritze von Co-Amoxi-Mepha ist in 0.5-ml-Schritten graduiert, die Pipette von Dafalgan Sirup ist nach Kilogramm beschriftet.
  • Suspensionen vor jeder Entnahme schütteln. Rekonstituierte Antibiotikasuspensionen sind gekühlt zu lagern; die Haltbarkeit nach Zubereitung steht auf der Flasche, in der Regel 7 bis 14 Tage.
  • Co-Amoxicillin zu Beginn der Mahlzeit einnehmen, das verbessert die Verträglichkeit deutlich. Amoxicillin ist mahlzeitenunabhängig.
  • Suppositorien nur, wenn die orale Gabe nicht möglich ist. Die Resorption ist langsamer und schwankender; bei Erbrechen oder Verweigerung bleiben sie dennoch eine gute Option.
  • Ibuprofen nicht auf nüchternen Magen bei empfindlichen Kindern und nicht bei Dehydratation, da das Risiko einer Nierenschädigung steigt.
Antihistaminika – Wahl zwischen Dimetinden und Levocetirizin

Dimetinden ist ein Antihistaminikum der ersten Generation: ab 1 Monat einsetzbar, gewichtsadaptiert dosiert, sedierend und kurz wirksam mit drei Gaben pro Tag. Es bleibt sinnvoll beim Säugling, bei akutem Juckreiz und wenn die Sedierung erwünscht ist. Levocetirizin ist ein Antihistaminikum der zweiten Generation: kaum sedierend, ein- bis zweimal täglich, feste Dosis nach Alter, ab 2 Jahren. Für die Dauertherapie einer allergischen Rhinitis, einer allergischen Konjunktivitis und der chronischen Urtikaria ist es klar vorzuziehen.

  • Von 2 bis 6 Jahren stehen die Tropfen im Vordergrund, da die Filmtabletten keine Dosisanpassung erlauben. Zugelassen ist in diesem Alter die saisonale allergische Rhinitis.
  • Ab 6 Jahren beträgt die Tagesdosis unverändert 5 mg – die gleiche Dosis wie beim Erwachsenen. Eine Steigerung bringt bei der Rhinitis keinen Zusatznutzen; bei chronischer Urtikaria wird in Leitlinien eine Dosissteigerung um das Zwei- bis Vierfache erwogen, das ist eine Off-Label-Anwendung und gehört in spezialärztliche Hand.
  • Sedierung ist unter Levocetirizin selten, aber nicht ausgeschlossen; darauf hinweisen, wenn die Schule oder der Verkehr betroffen ist.
  • Nasale Steroide sind bei mittelschwerer bis schwerer allergischer Rhinitis dem oralen Antihistaminikum überlegen und können kombiniert werden.
Pseudokrupp – Einordnung der Steroidgabe

Betamethason 0.2 mg/kg als Einmaldosis entspricht dem niedrig dosierten Dexamethason-Schema (0.15 mg/kg), das im Cochrane-Review von 2023 gleich wirksam war wie die klassische Standarddosis von 0.6 mg/kg. Glukokortikoide bessern die Symptomatik bereits nach zwei Stunden, verkürzen den Spitalaufenthalt und halbieren Wiedervorstellungen und Hospitalisationen. Der Wirkungseintritt liegt bei etwa einer Stunde; wegen der langen Wirkdauer genügt in der Regel eine einzige Gabe, ein Ausschleichen ist nicht nötig.

  • Stridor in Ruhe, deutliche Einziehungen oder Agitiertheit: zusätzlich Adrenalin 1 mg/ml vernebelt, 5 Ampullen (5 mg), bei deutlich unter 10 kg 0.5 mg/kg. Wirkdauer nur 2 bis 3 Stunden – wegen des Rebounds ist eine Überwachung über 4 bis 6 Stunden obligat.
  • Budesonid 2 mg vernebelt nur, wenn die orale Gabe nicht gelingt; gegenüber dem systemischen Steroid kein Vorteil.
  • Sedativa sind kontraindiziert – sie verschleiern frühe Hypoxiezeichen.
  • Differenzialdiagnosen bedenken: Epiglottitis, bakterielle Tracheitis, Fremdkörperaspiration, Anaphylaxie, subglottisches Hämangiom bei Säuglingen.
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